Implantate


Ein unbeschwertes Lächeln und kräftiges Kauen nach Herzenslust - entweder mit den eigenen oder mit
perfekten künstlichen Zähnen. Mit Implantaten lassen sich Zähne heute optimal ersetzen.
Gut verträgliche Materialien und schonende Behandlungsverfahren tragen dazu bei, dass auf Implantaten
fest verankerter Zahnersatz immer beliebter wird.

Rund 450.000 künstliche Zahnwurzeln setzen Zahnärzte jedes Jahr in Deutschland ein. Sie dienen als Basis für
einzelne künstliche Zähne oder als Anker für Brücken, festsitzende oder herausnehmbare Prothesen.
" Implantatgetragener Zahnersatz, kommt der Natur am nächsten. Deshalb fühlen sich die Patienten damit auch sehr wohl",
beschreibt Dr. Silke Liebrecht, proDente-Expertin und Oberärztin im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der
Universität Köln, den Wert der künstlichen Zahnwurzeln für den Patienten.
Vorteile gegenüber herausnehmbarem Zahnersatz

Tatsächlich haben Implantate gegenüber herausnehmbaren Prothesen viele Vorteile:

1. Weil sie fest im Kiefer verankert sind, fühlen sich die unechten wie eigene Zähne an und vermitteln dem
Patienten ausserdem die Sicherheit, dass nichts verrutschen oder drücken kann.
2. Mimik, Aussprache und Geschmackssinn bleiben erhalten.
3. Die künstlichen Zahnwurzeln sind nahezu genauso belastbar wie die eigenen Zähne: Man kann damit wie mit
den eigenen Zähnen kräftig zubeissen und kauen - das bedeutet für den Patienten ein grosses Stück Lebensqualität.
4. Weil der Druck über die künstliche Zahnwurzel den Kieferknochen ganz natürlich stimuliert, bildet sich der Knochen
nicht zurück, was bei nicht implantierten Prothesen der Fall ist.
Verträglich und haltbar

"Durch intensive Forschung sind Implantate in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert worden",
so Dr. Liebrecht. "Heute arbeiten wir mit absolut bioverträglichen Materialien, die darüber hinaus funktional
und haltbar sind." Insgesamt besteht ein implantierter Zahnersatz aus drei Komponenten: einer künstlichen Wurzel,
die vom Zahnarzt in den Kieferknochen eingesetzt wird, einem Verbindungsstück und einer künstlichen Zahnkrone
bzw. der Brücke oder Prothese, die im zahntechnischen Labor von qualifizierten Zahntechnikern gefertigt wird. Im
Normalfall sind die neuen Zähne nicht von eigenen zu unterscheiden.
Die künstliche Wurzel besteht in der Regel aus dem Metall Titan, da dieses Material für den Körper optimal verträglich
ist. Sie wird in Form einer Schraube oder eines Zylinders hergestellt und ist zwischen 8 und 16mm lang. Ihre Oberfläche ist speziell vorbereitet, damit sie fest mit dem Kieferknochen verwachsen kann. Auf dieser Zahnwurzel wird ein Verbindungsstück
und anschliessend der Zahn bzw. die Brücke oder Prothese befestigt. Das Verbindungsstück - auch Implantatpfosten genannt - ist meist aus Titan oder Keramik, die Zahnkrone oder -brücke wird wie eine herkömmliche Krone aus Metall mit einer Keramikverblendung oder komplett aus Keramik gefertigt.
Schrittweise zu neuen Zähnen
Der Einsatz des Implantats erfolgt schrittweise: Am Anfang steht eine gründliche Untersuchung und Planung der
Implantatposition. Stellt der Zahnarzt dabei Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen fest, müssen diese zuerst behandelt
werden und ausheilen, bevor die Implantation beginnen kann. Erst dann wird die künstliche Zahnwurzel eingesetzt,
in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung. In den folgenden drei bis acht Monaten muss das Implantat einheilen
und fest mit dem Kieferknochen verwachsen. Diesen Prozess kontrolliert der Zahnarzt regelmässig.
Zum Schluss werden das Verbindungsstück und die neue Zahnkrone oder Brücke eingesetzt.
"Eine sehr sorgfälltige Mundhygiene ist bei Implantaten mindestens genauso wichtig wie bei den eigenen Zähnen",
mahnt Dr. Liebrecht. Etwa jedes halbe Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung stattfinden, um eine optimale
Sauberkeit und damit eine lange Haltbarkeit des Implantates zu gewährleisten.
Eine lohnende Investition
Die Kosten eines Implantats sind individuell sehr unterschiedlich. Sie hängen von der Anzahl der ersetzten Zähne
und vom Umfang des notwendigen Eingriffs ab. Durchschnittlich kostet die Implantation einer künstlichen Wurzel
etwa 750 bis 1.500 Euro. Darin sind die Materialkosten, das Arzthonorar und Begleitleistungen wie Röntgen enthalten.
Dazu kommen noch einmal Kosten in ähnlicher Höhe für die künstliche Zahnkrone. Die gesetzlichen Krankenkassen
zahlen bislang nur in Ausnahmefällen, etwa nach Tumorerkrankungen, Nichtanlagen oder Unfällen.
Private Krankenversicherungen erstatten häufig den Gesamtbetrag (in Abhängigkeit von Vertragsbedingungen).
Gesetzlich Krankenversicherte bekommen ab Januar 2005 einen Zuschuss. "Trotz der vergleichsweise hohen Kosten
ist ein Implantat eine lohnende Investition", ist Dr. Liebrecht überzeugt. "Denn der Patient kann für viele Jahre so kauen
und lachen wie mit seinen echten, eigenen Zähnen."

Mit freundlicher Genehmigung von proDente